Tatort Leipzig in der Presse

Dass die Presse den letzten Leipziger Tatort mehrheitlich lobt und dem MDR ein „warum nicht gleich so“ vor die Füße wirft, zeigt, dass man am Genre des Krimis offenbar kein Interesse mehr hat.

In Leipzig war nur eines lebendig: Ein schauspielerisches Tänzchen zwischen den Hauptdarstellern, das dennoch ziemlich fade daher kam – nicht zuletzt wegen der lauen Texte. Die Story selbst war eine Groteske. Kaum ein Charakter, kaum eine Handlung war glaubwürdig. Es war geradezu ekelhaft lächerlich.

Offenbar wollen die Leute in Wahrheit keinen Krimi sehen, sondern Akteure, die Unterhaltung mit dem ausgelutschten Aufhänger eines Kriminalfalles betreiben. Sprüche und Klischees, Phrasen und Geschrei, ein bisschen Lächerlichmachen, ein paar böse Sachen sagen: Das reicht den Deutschen am Sonntagabend völlig aus.

Das ist nichts anderes als kultureller Mindestlohn: zum Leben zu wenig, und zum Sterben zu viel. Gut, dass die Schauspieler jetzt hingeschmissen haben. Vom Publikum war so viel Charakter nicht zu erwarten.

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