Britische Sandbänke

Heute wählen die Briten ein neues Parlament. Die strukturellen Probleme des Landes sind viel diskutiert worden; die EU-Mitgliedschaft steht auf dem Spiel, die Fragmentierung der politischen Macht in lokale Regierungen (Nordirland, Schottland, Wales) kommt hinzu; vom Zwang, plötzlich Koalitionen in einem Mehrparteien-Parlament schmieden zu müssen, ganz zu schweigen. Alles deutet darauf hin, dass das Land sich systematisch marginalisiert, ohne dabei neue Ideen, eine neue politische Erzählung von sich selbst zu entwickeln.

Bei alledem wird man das Gefühl nicht los, dass die Briten sich noch immer irgendwo zwischen dem Empire, das 1/4 der Welt kontrollierte, und Cool Britannia verorten. Dabei hängen sie zwischen Washington und Brüssel auf einer politischen Sandbank fest, von der sie behaupten, sie sei eine transatlantische Brücke.

Schade. Denn wenn die Briten begreifen würden, wie sehr sie Europäer sind und dass die europäische Idee ohne sie so nicht denkbar wäre, dann könnten sie eine große Rolle in der EU spielen; sie könnten sie auch verändern, und durch sie auf die Weltbühne der Politik zurückkehren, wo man sie in ihrem jetzigen Zustand wohl eine Weile lang nicht mehr sehen wird. Egal ob nun unter Miliband oder Cameron.

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2 Gedanken zu “Britische Sandbänke

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