#HBNeuwahl

Die Wahl in Bremen war eine Farce. Die eine Hälfte der Wähler ist gar nicht erst an der Urne erschienen, und von der anderen Hälfte können nur diejenigen zufrieden sein, die Die Linke, die AfD oder die FDP gewählt hatten – keine dieser Parteien hat eine Chance, ernsthaft an der Regierung beteiligt zu werden.

Alle anderen haben massiv verloren: an Prozentpunkten, Sitzen in der Bürgerschaft, Ansehen, Legitimation, oder ganz und gar an Spitzenkandidaten.

Die Wahl galt im Vorfeld als simples Heimspiel für Rot-Grün. Doch SPD und Grüne handelten sich zusammen mehr als 13% Verluste ein und müssen damit leben, dass ihr Regierungschef Jens Böhrnsen plötzlich nicht mehr zur Verfügung steht – der Mann, den die SPD erst im September 2014 mit 97,3% zum Spitzenkandidaten erklärt und mit dem sie einen äußerst personalisierten Wahlkampf geführt hatte.

Warum, fragt sich jetzt, gibt es dann keine Neuwahlen? Beim Wahlgang am 10. Mai war die Stimmung im Keller, das Ergebnis schien festzustehen und kaum einen in Bremen interessierten die Details mehr. Das Ergebnis: eine Wahlbeteiligung von 49,6%.

Jetzt ist mit Herrn Böhrnsen die Leitfigur des Wahlkampfs (die SPD erzielte immerhin 32,8% mit ihm) gegangen. Sollte das nicht Anlass genug sein, die Wahl zu wiederholen und eine tatsächliche Veränderung in Aussicht zu stellen? Nicht, dass das konservativ-bürgerliche Personal eine Verbesserung verspräche, aber ein frischer Wind man 70 Jahren sozialdemokratischer Flaute von links würde vielleicht wenigstens kurz den stolzen Scheitel gegen den Strich bürsten.

Böhrnsen Plakat

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