Flüssiger Grenzstreifen

An der Elbe war Deutschland jahrzehntelang geteilt – heute ist das schon über ein Vierteljahrhundert her. Alles was noch davon übrig ist, reduziert sich auf wenige Relikte wie die Betonstreifen, die den Zugang zum Fluss für das Militär befestigten; über den Deichkamm hinweg, der früher Todesstreifen war und heute Radweg ist.

Ansonsten ist nicht mehr viel übrig, außer den Erzählungen von Leuten, die ihren Kindern erklären mussten, dass sie, wenn sie beim Spielen zu weit in die Auen liefen, erschossen würden, und die von den Grenztruppen schikaniert wurden und, auch wenn sie nur zwei Kilometer neben dem Fluss geboren wurden, Elbwasser erst 1990 in die Finger bekamen.

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