Travel or die

In den USA freut man sich gerade wie Bolle, weil eine krebskranke Schuldirektorin von der Abschlussklasse jene $8000 für ihre Krankenhausbehandlung gestiftet bekommt, die für die letzte Klassenfahrt vorgesehen waren.

Da fragt man sich, was in diesem Land nicht verstanden wurde:

1. Dass kranken Menschen nicht nur dann geholfen werden sollte, wenn zufällig mal ein Budget da ist

2. Dass dieser Vorgang ein moralisches Armutszeugnis des Landes ist, nicht ein finanzielles der Lehrerin

3. Dass die Bezahlung von Lehrern in den USA offenbar noch immer unterirdisch und unwürdig ist

Und wenn man diversen Erzählungen glauben darf, sind die $8000 nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine vollständige Krebsbehandlung kostet in den USA nicht so viel wie ein gebrauchter Kleinwagen, sondern eher so viel wie ein Reihenhaus.

Die Chancen stehen also gut, dass Courtney Vashaw – so heißt die Direktorin – dann, wenn die mediale Welle im sozialen Grundwasser versickert ist, trotzdem ohne ausreichende Hilfe dasteht. Aber vielleicht hat sie Glück und ist Chemielehrerin – in diesem Fall könnte sie es machen wie Walter White in Breaking Bad, der demselben Schicksal entflieht, indem er Drogen herstellt und verkauft. Dann könnte sie auch ihre gerührten, zu Hause gebliebenen Schüler für ihre Selbstlosigkeit entlohnen – mit einem ganz besonderen, und auch nicht ganz billigen Trip…

Quelle: http://www.spiegel.de/schulspiegel/schueler-spenden-krebskranker-direktorin-geld-fuer-behandlung-a-1035967.html

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s