Hunt Tim Hunt – politische Korrektheit im nicht ganz Unpolitischen

Den Spitzenforscher Tim Hunt hat man gezwungen, seine Position am University College of London aufzugeben, weil er dummes Zeug über Frauen im Labor erzählt hat.

Schön und gut – seine Äußerungen waren inhaltlich Nonsens und gesellschaftspolitisch eine Riesendummheit. Dem Mann gehört die Meinung gegeigt und eine Postkarte überreicht, auf der man ihm im 21. Jahrhundert willkommen heißt.

Wofür dieses Jahrhundert allerdings steht, weiß der mittlerweile arbeitslose Nobelpreisträger jetzt auch: Nämlich dafür, dass nicht-konforme Meinungen abgestraft werden. Hätte Hunt im kleinen Kreis der Honoratioren des University College of London ähnlich vor sich her geschwatzt, wäre mit Sicherheit nichts passiert. Man hätte müde gelächelt und den Quatsch als intellektuelle Verschrobenheit verbucht.

Doch in der Öffentlichkeit waren die Einlassungen Hunts nicht mehr tragbar. Die Uni zog die Konsequenzen und stellte Hunt sofort vor die Wahl: Kündige du, oder wir schmeißen dich raus.

Was ist eigentlich passiert, wenn selbst Spitzenforscher mit außergewöhnlicher Qualifikation derart politisch korrekt auftreten müssen, um ihren Job zu behalten? Geht es hier irgendwo noch um Inhalte? Oder nur noch um das Image?

Hunt hätte man auslachen sollen, man hätte ihm den Respekt vor Frauen um die Ohren hauen sollen, der heutzutage selbstverständlich ist. Aber ihn kündigen – warum!?

Werden demnächst auch Bauarbeiter gefeuert, die Frauen hinterher pfeifen? Oder Politiker, die den Muttertag vergessen haben?

Man möchte den Leuten sagen: Entspannt euch! Lacht die Spinner aus, sperrt sie nicht aus. Sonst müsstet ihr womöglich bei euch selbst anfangen.

Ein Anrecht auf die Äußerung des denkbar Bescheuertsten sollte jedem verbleiben. Und ein bisschen dämliche Diskriminierung können wir alle aushalten. Selbst Menschen, denen augenscheinlich genügend Haar aus den Nasenlöchern wächst, um daraus ein ziemlich feminin anmutendes Zöpfchen zu flechten.

Tim Hunt

(http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/tim-hunt-nobelpreistraeger-musste-uni-posten-aufgeben-a-1038757.html)

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