Bitte einmal auf die Fresse und zurück.

Der Griechenland-Plot wird zur Seifenoper. Yannis Varoufakis, der abgemeldete Darth Vader der EU-Politik, wirft seinem Ex-Kollegen Wolfgang Schäuble vor, eine „Zuchtmeister-Eurozone“ anzustreben; Schäuble im Gegenzug bat seinen US-amerikanischen Kollegen, Griechenland gegen Puerto Rico eintauschen zu dürfen.

Das Konversationsniveau ist unverhohlen dort angekommen, wo auch die Finanzen sich befinden: im Keller. Gibt es eine bessere Bewährungsprobe für die europäische Idee als diese Katastrophe, als diese Endlosschleife von Missverständnissen? Könnte man sich ein schöneres Fiasko ausmalen, auf das man in 20 Jahren herabschauen und auf das man verweisen könnte, um ein einvernehmliches Auskommen miteinander anzumahnen?

Braucht nicht jede funktionierende Beziehung eine beinahe-Trennung, eine fast unerträgliche Zeit, in der man die Grenzen des Möglichen auslotet? In Seifenopern zumindest führt das meistens zum Erfolg; zur maximalen Romanze, in der die Schundschreiber schon wieder den nächsten Konflikt anlegen.

Irgendwann werden sich alle wieder lieb haben. Hoffen wir nur, dass sie sich bis dahin nicht allzu fest auf die Fresse hauen, die sie ja nach Seifenopern-Logik später wieder knutschen müssen.

Wolfgang

Finanzpolitischer Hauswand-Vandalismus aus – ähm… nicht Athen.

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