Fake America Great Again!

Donald Trump will für die Republikaner Präsident werden. D.h., er möchte gern die Macht für sich haben und eines Tages auf seinen Wolkenkratzer-Grabstein schreiben lassen, dass er nicht nur Milliardär, Showstar und Immobilientycoon war, sondern nebenbei auch noch Präsident. Eigentlich ja auch ein nachvollziehbarer Wunsch – vorausgesetzt, der Mann stünde noch mit beiden Beinen fest auf der Erde. Doch irgendwie scheint er die Galaxie gewechselt zu haben.

Der Spiegel schreibt, die Demokraten würden jeden Tag feiern, an dem Trump sich um die Kandidatur für die Republikaner bemühe, da niemand so grotesk deutlich mache, dass die Republikaner eine gescheiterte Partei seien. Wahlkampfstratege Paul Begala habe vernehmen lassen, man könne diese Posse „nur damit erklären, dass der Herrgott ein Demokrat mit Sinn für Humor ist“.

Dabei punktet Trump, der in den Umfragen klar vorn liegt, damit, dass er als Milliardär kein Geld von Wahlkampfspendern annehmen müsse, die dann als Gegenleistung ihre teuren Ideen in Form von Gesetzentwürfen zurückgezahlt bekämen. Dabei hat er vergessen zu erwähnen, dass er selbst oft genug ein Spender war und eine lange Liste von Wünschen in der Hinterhand hat, die er gern umsetzen möchte. Die republikanischen Wähler sind also dabei, einen Lobbyisten zum Präsidentschaftskandidaten zu machen, um keinen Kandidaten zu bekommen, der von Lobbyisten kontrolliert wird. Sehr überzeugend! Erinnert irgendwie an den Werdegang eines älteren Herren namens Silvio Berlusconi. Und ein Haupthaarproblem zählt schließlich auch noch zu den Gemeinsamkeiten der beiden… Aber egal.

Außerdem scheint Trump ein etwas aus den Fugen geratenes Selbstbewusstsein zu haben. Es hat vermutlich in etwa die Größe seines Towers, wenn andere Leute ihr Ego in Reihenhäusern oder Mietwohnungen unterbringen. So ambitioniert wie sein nach vorn gekämmter Fuchsschwanz, der noch Elvis in seinen besten Zeiten hätte bleich werden lassen, ist auch seine egozentrisch-populistische Kampagne: Gegen Immigration helfe nur eine Mauer, Mexikaner seien größtenteils Vergewaltiger oder allgemein Kriminelle, Obamas diplomatischer Erfolg im Nuklear-Deal mit Iran sei „eine der dümmsten und gefährlichsten Fehleinschätzungen in der Geschichte des Landes“, der Präsident noch dazu ein „incompetent leader“, und die Leute wüssten genau, er selbst, Donald Trump, sei „der einzige, der eine Ahnung“ habe, wie die Dinge angepackt werden müssten.

Macht, Egozentrik, Neoliberalismus, Rassismus, Selbstgerechtigkeit, die Betonung von Unterschieden statt Gemeinsamkeiten: Der große Klamauk US-amerikanischer Prägung. Ein herrliches Scharmützel! Vorausgesetzt, Trump schafft nicht tatsächlich das Unmögliche: Präsident zu werden. Dann würden wir selbst in Deutschland noch George W. Bush in Talkshows einladen, um mit ihm ganz heimelig über die schöne Zeit unter seiner Weltherrschaft zu palavern.

Donald Trump Fake

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