Politikchinesisch

Jetzt wissen wir endlich wer für den jüngsten Börsencrash in China verantwortlich ist: Die chinesische Regierung präsentiert der Welt einen Journalisten, der artig zugibt, die Milliarden ins Rutschen gebracht zu haben, indem er eine vermeintliche Fehlinformationen über die Investitionspolitik Chinas lanciert habe – daraufhin seien die Kurse eingebrochen.

Was ein Glück, dass die Weltöffentlichkeit jetzt aufgeklärt ist! Dann können wir ja alle wieder ruhig auf unseren mit Geldscheinen vollgestopften Kopfkissen in sanfte Träume von satten Renditen versinken, wenn der Verbrecher von diesem Käseblatt hinter Schloss und Riegel ist und nicht mehr böse, böse Artikel schreiben kann, die unser sauer verdientes, gefährlich erspekuliertes und vom Munde abgespartes Vermögen irgendwelchem kapitalistischen Voodoo zum Opfer fallen lässt! 

Und schön auch, dass man nun den Beweis von der chinesischen Regierung erbracht bekommt, dass sie die Taktik des Bauernopfers nicht verlernt hat; auch nicht, nachdem sie Ai Wei Wei freigelassen hat – nur die Qualität hat vermutlich etwas gelitten, wenn man die Glaubwürdigkeit bedenkt, mit der man da einen Einzelnen für den Verlust staatlicher Kontrolle verantwortlich machen möchte. 

Aber irgendwer, das verstehen sogar wir im Westen, muss ja für diesen Bullshit den Kopf hinhalten. Und vielleicht ist man ja so gütig und lässt ihn im Arbeitslager Unkraut jäten statt Gräber auszuheben. Das wäre immerhin ein deutliches Zeichen der Verbesserung der Menschenrechtslage in China. 

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