Schichtsalat

Endlich kommt mal jemand auf die Idee, eine einfache, aber weitreichende Problematik der Demokratie zu untersuchen: Nämlich die Frage, inwiefern unsere Wahlen nichtrepräsentativ sind, weil diejenigen, die wählen gehen, vornehmlich aus bestimmten Schichten kommen. (Mehr dazu hier)

So hat man festgestellt – wen wundert es? – dass Menschen, die dem liberal-intellektuellen Segment zuzuordnen sind, bei der Bundestagswahl 2013 eine Wahlbeteiligung von 88% erreichten.

Hedonisten (Menschen mit – Achtung: – Veränderungsdrang aus der Unterschicht) hingegen kommen nur auf 47,7%. Überhaupt krümelt die Unterschicht so zwischen 50 und 70% herum, während die „Oberschicht“ (wann man hierzu gezählt wird, ist offiziell als Geheimnis deklariert) eher so bei 80% liegt.

Wir lernen also: Die Wahlbeteiligung steigt mit der Schichthöhe. Da haben wir den Schichtsalat! Wer aus der Oberschicht – der intellektuellen? der finanziellen? der Oberkellnerschicht? – mag nun bemängeln, dass die Schmalspurdenker mit ihren Hanteln und Sonnenbänken nicht zur politischen Macht werden? Welcher aufrechte Großkotz unter den Reichen und Mächtigen mag nun sein Gesäß vom Polster lösen und dies Unrecht anprangern? – Die Position ist ehrbar und eindeutig vakant. Freiwillige vor! Wer schreit zuerst ‚hier‘?

Also ich jedenfalls nicht. Sofern ich zur Oberschicht gehöre.

Wahlbeteiligungen 2013

Quelle: Der Spiegel 37/2015, S. 51

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