Establish(whatI)ment

In den USA deutet sich eine Wahl zwischen Pest und Cholera an – radikale Vertreter beider Parteien haben Chancen auf das Amt des Präsidenten, nicht aber auf die Zustimmung in der Bevölkerung.

Zurzeit rollt der Wahlkampf um die Nominierungen für beide großen Parteien an und so wie es aussieht, schwächeln zwei Gruppen:

  1. Establishment
  2. Favoriten

Hilary Clinton könnte gegen Bernie Sanders unterliegen – einen, wie er selbst sagt, „Sozialisten“: in den USA eigentlich ein Schimpfwort. Sanders steht weit links von Clinton, die dem Establishment zugerechnet wird und als Favoritin für die Demokraten gilt.

Bei den Republikanern ist die Lage unübersichtlicher: Mit Jeb Bush ist der Favorit und Vertreter des Establishments weit abgeschlagen und ohne Aussicht auf Erfolg. Seine Kandidatur ist ein reines Desaster. Dagegen triumphieren radikale Kräfte: Zuvorderst Donald Trump mit seiner demagogischen Hetzkampagne, seinen anti-demokratischen und halb-totalitären Ausfällen. Vorne mit dabei ist außerdem Ted Cruz, ein radikaler Evangelikaler, für den die Religion wichtiger ist als der Staat.

Die Logik der Vorwahlen verlangt, sich dem eigenen Publikum anzubieten. Gewinnen tut in der Regel der Republikaner, der die politische Mitte der Republikaner-Anhänger trifft; respektive der Demokrat, der die politische Mitte der Demokraten-Anhänger erreicht. Im richtigen Wahlkamp jedoch geht es dann darum, als Präsidentschaftskandidat die Mitte aller Amerikaner anzusprechen.

Was nun aber, wenn sich die Parteien in den Vorwahlen so sehr gegen das Establishment radikalisieren, dass sie ihre radikalsten Vertreter ins Präsidentschaftsrennen schicken? Was, wenn Bernie Sanders, der für den Mainstream des Landes viel zu weit links steht, für die Demokraten gegen Ted Cruz oder Donald Trump antritt, die für den Mainstream der Bevölkerung viel zu weit rechts stehen?

Eigentlich ist es leicht: Dann wählen die Amerikaner zwischen Pest und Cholera; zwischen Regen und Traufe. Denn dann bleibt ihnen gar nichts anderes mehr anders übrig. Vor allem aber werden sie sich dann vier heiße Jahre ins Weiße Haus geholt haben. Und sich vielleicht schon bald ihr Establishment zurückwünschen…

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