Mad Wlad in Love

Wladimir Putin ist ein Romantiker. Er sagt, er sei mit Russland verheiratet. Er weint, wenn die Nationalhymne erklingt. Und er misst Zuneigung in den Zustimmungswerten zu seiner Politik.

Die Geschichte einer Liebe in Zeiten der Demoskopie.

 

I. Die Grenzen des Wissens

Ein Urteil über die Psychologie eines Menschen ist immer auch Spekulation. So sehr sich die selbsternannte Naturwissenschaft auch bemüht, so viele Hirnscans sie auch macht: Die Komplexität der Psyche bleibt ein Labyrinth, in dem wir alle den Minotaurus geben; in dem wir, halb Mensch, halb Tier, lebenslang herumirren.

Das ist bei allen Menschen mehr oder weniger gleich. Bei denen, die als böse gelten, ebenso wie bei denen, die als gut gelten – was auch immer von solchen Kategorien zu halten ist. Natürlich hätten wir gern Hirnscans von Hitler beim Betrachten eines Bildes seines Hundes Blondi im Vergleich zu einem Bild tausender toter Juden in den Konzentrationslagern. Hätten wir es, so diente es uns, gleich welches Ergebnis es zeigte, als Beleg seiner Abartigkeit.

Aber Hitlers Hirn ist nie gescannt worden, und auch Stalins nicht, ebenso wie das anderer Staatslenker, die wir gern besser verstanden hätten: Reagan, Thatcher, Kohl, Sarkozy, und so weiter. Und es käme wohl auch niemand auf den Gedanken, Angela Merkel ins MRT zu bitten. Oder Wladimir Putin.

Es bleibt: Das Urteil über die Psychologie eines Menschen ist immer auch Spekulation. Etwas anderes haben wir nicht. Spekulieren wir also ein bisschen.

II. Die Liebe in Zeiten der Demoskopie

Wladimir Putin ist kein schlechter Mensch. Die Kategorien, die wir anlegen, wenn wir Politiker beurteilen, sind allzu oft rein menschliche. Wir fragen nach der Empathie, den Anstrengungen die für Aussöhnung, Vermittlung und Fortschritt unternommen werden; wir suchen den Menschen in der Rolle, die Person im Präsidenten. Allesamt Kategorien, die menschlich und nur mittelbar politisch sind.

Wladimir Putin zeigt menschliche Regungen. Er liebt sein Land. Er kämpft für sein Land. Er hofft, dass sein Land ihn im Gegenzug auch liebt. Im Herbst 2014 weinte er öffentlich beim Abspielen der russischen Nationalhymne.

In einer Demokratie wird die Liebe eines Landes dem Politiker in Prozent zugeteilt. Zwischen den Wahlen schätzen Umfragen die Zustimmung zu Parteien, Positionen und Personen ein, zu den Wahlen selbst wird das Vertrauen – die Liebe – in politische Macht umgewandelt.

In einer, wie es früher über Russland hieß, gelenkten Demokratie ist das etwas schwieriger. Da es keinen fairen Wettbewerb um die Zuneigung der Bevölkerung gibt, wird sie auch nicht authentisch empfangen. Es gibt einen klaren Unterschied zwischen einem 42%-Wahlerfolg in Deutschland für eine der großen Parteien und den 95%-Siegen der Schießbuden-Parteien in diktatorischen Pseudo-Demokratien: Die Ergebnisse einer fairen Wahl sind echt. Die Liebe ist echt. Der diktatorische Zirkus, überall Urnen aufzustellen und die Ergebnisse zu fingieren, ist ein Schauspiel, eine alberne Lüge. Nicht der dümmste Diktator wird seinen eignen Wahlergebnissen Glauben schenken. Er müsste sich selbst betrügen. Es sind die heißen Küsse einer teuer bezahlten Prostituierten.

Wladimir Putin weiß das. Er weiß, dass die Liebe seines Volkes – für das er alles tut – sich nicht in Wahlen ausdrückt, die er inszeniert hat. Die Liebe seines Volkes misst sich in Umfragen, in nicht gefälschten Umfragen. In Zustimmungswerten.

III. Geschichte einer Ehe

Seit Putin sich im Jahr 2013 von seiner damaligen Frau Ljudmila scheiden ließ, sagt er von sich selbst, er sei mit Russland verheiratet. Diese „Beziehung“, darf man unterstellen, ist ihm extrem wichtig – schließlich verbringt er seit rund 15 Jahren jede freie Minute mit seiner großen Liebe. Außerdem wird diese Zeit sein Bild in den so genannten Geschichtsbüchern prägen.

Bleibt man im Bild einer Liebe zwischen dem Präsidenten und seinem Land, so ist die Ehe nur die Weiterentwicklung einer funktionierenden, innigen Beziehung – oder aber ein strategischer Schachzug. Warum hat sich Putin entschieden, sein Russland, bildlich gesprochen, zu heiraten? Warum hat er sich ihm verschrieben?

Um das zu verstehen, muss man zwei Dinge tun.

  1. In die Geschichte dieser Beziehung schauen
  2. Spekulieren

Wir wollen uns für beides nicht zu schade sein:

Putins Liaison mit Russland begann in den 1990er Jahren in St. Petersburg, wo er sich als rechte Hand des Bürgermeisters Anatoli Sobtschak eine erste Reputation als talentierter junger Politiker erwarb. Ebenjener Sobtschak war es, der Putin in die nationale Politik unter Boris Jelzin einführte, über dessen Präsidialverwaltung er in der Folge zum Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB aufstieg. 1999 schließlich ernannte Jelzin den damals 46jährigen Putin zum Ministerpräsidenten. Ein Amt, das dieser nicht einmal ein Jahr lang innehaben sollte.

In diese Anfangszeit auf großer Bühne fiel der Beginn des zweiten Tschetschenienkrieges, aus dem Putin eine wichtige Lehre zu ziehen schien. Denn bereits innerhalb der ersten zwei Monate seiner Amtszeit wurden einige Bombenattentate in Moskau verübt, die tschetschenischen Rebellen zugeschrieben wurden und die Putin damit beantwortete, dass er am 01. Oktober 1999 russische Truppen in Tschetschenien einmarschieren ließ. Sofort schossen Putins Zustimmungswerte nach oben. Waren es zu Beginn seiner Amtszeit im August 1999 noch magere 33% gewesen – kaum jemand hatte ihn bis dahin wirklich gekannt –, so stiegen sie noch im Oktober auf 65%, im November sogar auf 80% an. Werte, von denen demokratisch gewählte Staatsoberhäupter selbst dann noch träumen, wenn sie nicht schlafen. Die Liebe war entflammt. Der junge Ministerpräsident – vielleicht noch ein wenig unsicher in der neuen Rolle – hatte sofort handeln müssen und war für seine harte Linie mit öffentlichem Lob belohnt worden.

Putins raketenhafter Aufstieg wurde zum Ende des Jahres 1999 dann überraschend davon gekrönt, dass Jelzin das Präsidentenamt niederlegte und somit Putin gemäß der Verfassung die Amtsgeschäfte zu führen hatte – eine Zäsur an der Millenniumsmarke, die Putin, dem einfachen Jungen aus St. Petersburg, wie eine echte Zeitenwende vorgekommen sein muss, wie ein Zeichen von Gott.

Prompt bildete er schon im Januar das Kabinett um, entließ korruptionsverdächtige Minister und erhöhte den Militäretat um 50%. Zustimmungsrate zur Politik Putins, Januar 2000: 84%. Ende März 2000 wurde er mit 52,6% der Stimmen zum Präsidenten der Russischen Föderation gewählt: Die folgerichtige Verlobung nach einer leidenschaftlichen Verliebtheitsphase.

In den folgenden Jahren schwankten seine Zustimmungswerte zwischen 61% und 86%, meist pendelten sie um die 75%-Marke. In dieser Zeit zentralisierte er die Macht wieder stärker in Moskau, erklärte den Kommunismus trotz all seiner Schwächen zu einem wichtigen Teil der russischen Geschichte und ließ die russisch-orthodoxe Kirche wieder erstarken. Dazu beschnitt er den Einflussbereich der Oligarchen, die sich Anfang der 90er an Russland bereichert hatten, verstaatlichte wichtige Medien und führte die sowjetische Nationalhymne mit neuem Text wieder ein.

Das Ergebnis war ein deutlicher Sieg seiner Partei „Einiges Russland“ bei den Parlamentswahlen im Dezember 2003. Putin konnte erneut die Regierung bilden. Zwar gab es keine konkreten Wahlfälschungsvorwürfe, jedoch war klar, dass die Kontrolle der Medien Putin einen entscheidenden Vorteil verschafft hatte. Im darauffolgenden März wurde er mit 71% als Präsident bestätigt. Das Land, möchte man sagen, hatte das Aufgebot bestellt.

Und Putins Politik der Rückbesinnung auf die große Geschichte Russlands, auf den Nationalstolz und die Opposition zur westlichen Welt wurde fortgesetzt; die Zustimmungswerte bestätigten sie: Im Wesentlichen pendelten sie in ähnlichen Zyklen wie in Putins erster Amtszeit.

IV. Fernbeziehung

Alles also in bester Ordnung? Große Liebe? Keine Krise in Sicht? – Weit gefehlt.

Als russischer Präsident darf man laut Verfassung bekanntlich nur zweimal hintereinander zur Wahl antreten, und als sich Putins zweite Amtszeit dem Ende zuneigte, fragten sich viele, wie es mit dieser Liebe weitergehen sollte.

Putin entschied sich für das Modell Fernbeziehung. Anstatt den problematischen Verfassungspassus zu ändern, hievte er mit Dmitri Medwedew einen Politiker ins Präsidentenamt, der ihn vertreten sollte, bis die Verfassung nach vier Jahren Putin selbst wieder eine Kandidatur gestatten würde.

In tatsächlich demokratischen Staaten kann niemand ein Machtvolumen für so eine lange Zeit parken und dann wieder aufnehmen, wenn es ihm in den Kram passt. Putin konnte es. Nach genau vier Jahren trat Medwedew, der nette Herr aus St. Petersburg, der vor großen Entscheidungen immer wieder erst seinen Ministerpräsidenten Wladimir Putin konsultiert hatte, nicht wieder zur Wahl an. Zuvor hatte er allerdings seinem Nachfolger die Amtszeit von vier auf sechs Jahre verlängert – man weiß ja, wem man zu danken hat. Respektive, von woher die Anweisungen kommen. Hatte Wladimir Putin da bereits seinen Rückzug aus der aktiven Politik im Hinterkopf; nach zwei weiteren Amtszeiten im Jahre 2024, mit dann 71 Jahren?

Putins Name indessen stand natürlich auf der Liste der Kandidaten, und, um es kurz zu machen: Er gewann mit 64,35%.

Jedoch hatten seine Umfragewerte etwas gelitten – inzwischen kam er auf gut 60% bei der Frage nach der Zustimmung zu seiner Person – nicht unbedingt schlecht, aber auch nicht berauschend.

Die Wahl, die als in Teilen unrechtmäßig kritisiert worden war, brachte bei aller Vorhersehbarkeit jedoch ein Novum mit sich: Zum ersten Mal wurde anhaltend und lautstark gegen Putin protestiert. Öffentlich und international anerkannte Persönlichkeiten wie der ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow oder der einflussreiche Blogger Alexei Nawalny organisierten Demonstrationen; sogar die Amtseinführung des Präsidenten ging nur unter großem Polizeiaufgebot vonstatten.

Putin setzte dem am Wahlabend eine Rede unter Tränen entgegen, in der er seine Gegner als „politische Provokateure“ darstellte und seinen Sieg als gleichbedeutend mit einer Wahl für ein großes Russland bezeichnete. Er dankte „allen, die uns in unserem riesigen, grenzenlosen Vaterland unterstützt haben“ und lernte womöglich eine zweite, wichtige Lektion über seine Rolle in der Politik: Dass nämlich die Liebe des Volkes nicht von Dauer sein muss.

V. Kampf um die Liebe

Um eine Liebe muss man kämpfen, wenn man sie über Jahrzehnte erhalten möchte. Man muss für sie arbeiten. Sie erhält sich nicht von selbst. Und Fernbeziehungen sind eine besondere Herausforderung.

Viele Lektionen, die die meisten Menschen irgendwann im Leben einmal lernen müssen – und so auch – Vorsicht, wir spekulieren! – Wladimir Putin.

Wie kämpft man um eine Liebe, die abzuflauen droht?

In den einschlägigen Foren des Internets kann man es nachlesen: Es sind die kleinen Gesten. Die Aufmerksamkeit. Das Auflockern des Alltags. Das Abstellen unangenehmer Angewohnheiten, sofern möglich. Gemeinsam Zeit zu verbringen. Und es ist die Rückbesinnung auf die altgewordene Romantik, die diese Liebe einstmals hat entstehen lassen. Derselbe Kinofilm wie damals. Dieselbe Musik. Dieselben Orte. Die Gemeinsamkeiten.

Wladimir Putin hat sicherlich nicht auf Partnerbörsen oder in geschwätzigen Frauenzeitschriften nachgelesen, wie er seiner großen Liebe Russland wieder näherkommen könnte. Wusste er es aus dem Instinkt heraus? Hatte er kluge Strategieberater?

Wir wissen es nicht. Was wir wissen, ist, dass Putin den Kampf um seine Beziehung zu Russland aufgenommen und mit aller Kraft geführt hat. Dass er dabei teuflische Einflüsterer und Nebenbuhler, dass er Leute wie Anna Politkowskaja, Michail Chodorkowski oder Boris Nemzow loswerden konnte, hat er oft genug bewiesen. Für das größere Bild, für das, was wirklich zählt, brauchte Putin allerdings ein Ereignis. Eine Initialzündung. Einen Aufhänger, an den er anknüpfen konnte. Etwas, das die Befindlichkeiten der Russen nachhaltig interessierte, das den Alltag auflöste wie eine Kopfschmerztablette im Magen. Und besonders aus seiner ersten Amtszeit als Präsident wusste Putin, was das sein könnte: Der Nationalstolz. Die Wiederherstellung der Ehre als Supermacht. Ein Ende der Verhöhnung Russlands in der Welt wegen seiner mangelhaften Demokratie, seiner abgehängten Wirtschaft, seines Wodkaprokopfverbrauchs.

Putin wusste, dass er radikal handeln musste, um sein Ziel zu erreichen. Ende 2013 – nach anderthalb langen Jahren mit Zustimmungsraten um die 65% und anhaltender Kritik – bot sich eine Gelegenheit, die er nicht verstreichen ließ.

In Kiew wurden die Proteste gegen den Präsidenten der Ukraine, Wiktor Janukowytsch, intensiver. Der von Moskau unterstützte Amtsinhaber verlor zusehends die Kontrolle über sein Land, und westliche Medien befeuerten dazu noch die Demokratiebewegung auf dem Maidan. Eine bessere Gelegenheit, sich als Bewahrer der russischen Einflusssphäre zu beweisen, konnte die Geschichte Putin wohl kaum auf dem Silbertablett servieren. Als Janukowytsch abgesetzt wurde, annektierte Putin kurzerhand die Halbinsel Krim und begann, die Ukraine nachhaltig zu destabilisieren, indem er separatistische Bewegungen im Osten des Landes unterstützte, woraus sich in der Folge ein von Russland aus kontrollierter Bürgerkrieg der Separatisten gegen die Regierung in Kiew entwickelte. Auf diese Weise war die Ukraine bestraft, der Westen düpiert und das Nationalgefühl der Russen gestreichelt. Zustimmungswerte Putin: von 61% (Nov. 2013) bis auf 80% (März 2014). Die Arithmetik der Liebe stimmte wieder.

VI. Die Liebe und das Geld

Nehmen wir an, ein Ehemann möchte seine Frau beeindrucken, weil die Beziehung in den letzten Jahren nicht so gut lief, und er schenkt ihr die langersehnte, aber leider viel zu teure Reise auf einem dieser Kreuzfahrtschiffe, die in so großer Zahl die Karibik durchstreifen, dass einem das Pirateriewesen fast schon wieder sympathisch wird. Die Frau freut sich, so viel steht fest; wie lange aber, wird sich der Mann fragen müssen, wird es dauern, bis sie begreift, dass er diese Reise nur vom Gemeinschaftskonto gezahlt hat und sie eigentlich noch immer viel zu teuer ist?

Putins Geschenk an seine große Liebe Russland hat seinen Preis; und zwar keinen kleinen. Der Westen beschloss in der Folge der Ereignisse drastische Wirtschaftssanktionen gegen Russland, und es ist eine Frage der Zeit, bis diese Teilblockade einer bereits strukturschwachen Wirtschaft ernstzunehmende Konsequenzen hat. Zwar wird Putin die Ukraine, die wirtschaftlich am russischen Tropf hängt, weit mehr leiden lassen, als sein eigenes Land es selbst durch die Sanktionen hinnehmen muss, jedoch wird das nichts daran ändern, dass er als Präsident nunmehr nicht nur für verpasste Modernisierungen stehen wird, sondern auch die Verantwortung für eine dramatische Ausbremsung der Ökonomie übernehmen muss. Werden die Russen ihm das verzeihen, wenn sie es einmal erkannt haben? Unter anderem die Antwort auf diese Frage wird darüber bestimmen, wie es mit Putin und Russland weitergeht.

Hinzu kommen die stark gestiegenen Ausgaben für den militärischen Apparat, eine weiter voranschreitende geostrategische Abhängigkeit von China sowie die erhöhten Zinsen an den Kapitalmärkten und eine deutliche Abwertung des Rubels, der im Vergleich zum Dollar innerhalb des Jahres 2014 zwischenzeitlich die Hälfte seines Wertes verlor.

VII. Biochemie einer Gesellschaft

Solange das russische Volk nicht die strategische Entscheidung zu einem Krieg mit der Ukraine infrage stellt, solange es nicht die geopolitische Urteilskraft ihres Führers bezweifelt, seine Kompetenz und Akzeptanz als ihr Vertreter auf internationalem Parkett; solange das russische Volk nicht wissen will, was es all diese Aktivitäten heute und in der Zukunft kosten wird, in Dollar, in Rubel, in Bildung und Fortschritt; solange das russische Volk nicht selbst entscheiden möchte, wie es debattiert, welche Medien es wie frei agieren lässt und auf welche Weise mit Andersdenkenden umgegangen werden sollte, solange stimmt alles im biochemischen Haushalt der großen Liebe zwischen Wladimir Putin und der Russischen Föderation.

Und die Umfragen legen für die Zukunft nichts anderes als das nahe: Seit Sommer 2014 sind Putins Zustimmungswerte konstant bei über 80%; im Oktober stiegen sie sogar jene Rekordmarke von 88%, die er bis dahin nur einmal in seiner Amtszeit erreicht hatte.

VIII. Mad Wlad

Diese Liebe hat ihren zweiten Frühling gefunden; so viel steht fest. Wie lange er andauert – und vor allem, was danach kommt – müssen die Russen entscheiden. Ihnen allein obliegt es, Wladimir Wladimirowitsch Putin – im Westen nur als mad Wlad begriffen – die Liebe zu entziehen oder zu bezeugen. Sie müssen sich entscheiden: Wollen sie echte demokratische Lenkung, oder wollen sie eine gelenkte Demokratie? Wollen sie Einfluss auf ihr Land, auf die Politik, die Wirtschaft, das Militär – oder wollen sie eine Diktatur mit Wahlen? Wollen sie einen verantwortlichen Stil oder einen liebestollen Stalker in ihrer Regierungszentrale, der nichts anderes als die Liebe des Volkes zu ihm zu kennen scheint, egal welches Opfer es kostet? Die russische Bevölkerung ist am Zug. Sie darf wählen. Und so sarkastisch das auch klingen mag: Das ist fast schon wieder demokratisch – die Russen dürfen haben die Wahl, nur nicht bei den Wahlen.

Wie sich die Russen auch entscheiden: Sie sollten es mit aller Konsequenz tun. Denn eines ist klar: Putin hat bewiesen, dass er alles für die Liebe zu seinem Land tun würden. Sollten seine Zustimmungswerte also während seiner Zeit an der Macht wieder fallen, so weiß er was zu tun ist. Das Baltikum wartet schon.

Approval Putin

Do you approve the activities of V. Putin as the President (Prime Minister) of Russia?

Quelle: http://www.levada.ru/eng/indexes-0

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